Sitz — Gesellschaftsrecht als strukturelle Disziplin.
Sitz ist ein monatlich erscheinendes deutschsprachiges Fachmagazin für Unternehmensrechtsformen, M&A und Holding-Strukturen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wir schreiben über die deutsche Rechtsform-Architektur, über die internationale Rechtsform-Komplexität, über die Holding-Architektur, über die M&A-Praxis, über die unternehmenssteuerliche Architektur und über die Insolvenz- und Restrukturierungs-Praxis. Keine Beratungs-Werbung, keine Notar-Vermittlungs-Plattform, keine M&A-Berater-Verzeichnis-Verlängerung. Ein redaktionelles Fachmagazin, das das Gesellschaftsrecht als strukturelle Disziplin behandelt.
Sitz ist explizit keine Wiederbelebung einer bestehenden oder ehemaligen Rechtsform-Beratungs-Einrichtung. Das Magazin steht in keiner institutionellen, organisatorischen oder personellen Verbindung zu der vormals unter dieser Domain geführten Plattform. Wir publizieren keine konkreten Beratungs-Empfehlungen, keine Notar-Verzeichnisse, keine Rechtsform-Wahl-Pauschal-Empfehlungen.
Der Takt ist monatlich. Sechs Ressorts — Rechtsform, Cross-Border, Holding, M&A, Steuern, Insolvenz — bilden das Gerüst. Die aktuelle Mai-2026-Ausgabe hat ihren Schwerpunkt in der laufenden Umsetzungs-Diskussion um die MinBestRL und in einer Bestandsaufnahme der ersten zwei Jahre MoPeG-GbR-Gesellschaftsregister-Praxis.
Der Name Sitz ist Programm. Der Sitz ist im Gesellschaftsrecht der fundamentale Begriff der Verortung — die Frage, wo eine juristische Person tatsächlich verwaltet wird (Verwaltungssitz) und wo sie in der Satzung verankert ist (Satzungssitz). Diese Doppelung ist die Quelle aller cross-border-rechtswissenschaftlichen Implikationen, der DBA-Anknüpfungs-Fragen, der Wegzugs- und Niederlassungs-Probleme.
Was uns inhaltlich interessiert, ist die Spannung zwischen der formalen rechtsdogmatischen Architektur und der praktischen Anwendungs-Realität. UK Limited war zwischen 2002 und 2008 ein dominanter Pfad zur Umgehung der GmbH-Mindeststammkapital-Anforderung — aber die UG haftungsbeschränkt seit 2008 und der Brexit seit 2020 haben dieses Modell weitgehend obsolet gemacht. Holding-Strukturen nach § 8b KStG sind seit den 2000er-Jahren Standard — aber die ATAD-Richtlinie und die jüngere BEPS-2.0-Praxis haben die Schachtelprivileg-Architektur unter Druck gesetzt.
Geschrieben ist Sitz für Wirtschaftsanwält:innen, für Steuerberater:innen mit Konzern-Mandant:innen, für Geschäftsführer:innen mittelständischer GmbH und AG, für M&A-Berater:innen, für Notar:innen mit Gesellschaftsrechts-Schwerpunkt, für Unternehmensjurist:innen und für eine wirtschaftspolitisch interessierte Allgemeinheit. Wir setzen Vertrautheit mit gesellschaftsrechtlicher Terminologie voraus, aber kein Staatsexamen.
Gastbeiträge
Sitz nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text geschrieben hat, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche und honorieren angenommene Beiträge nach festen Sätzen.
Gesellschaftsrecht ist für uns kein Beratungs-Hype. Es ist die nüchterne Disziplin, in der eine Sitzverlegung am Dienstagvormittag eine Wegzugs-Besteuerung von mehreren Millionen Euro auslöst oder nicht auslöst.